ESP®-Integration

ESP®-Integration

ESP® als wichtiger Teil des Ganzen
In vielen Ländern gilt ESP® bereits verpflichtend, in anderen wird die Ausrüstungspflicht von Neufahrzeugen in naher Zukunft gesetzlich vorgeschrieben. Bei der Entwicklung eines neuen Fahrzeugmodells ist es daher zunehmend notwendig, auch die Implementierung des ESP® und seiner Komponenten in das Gesamtsystem Fahrzeug zu berücksichtigen. Die Wahl geeigneter Hardware-Komponenten im optimalen Verbund orientiert sich an vielen Faktoren, wie z.B. welche Bremskreisaufteilung vorliegt, ob und welche ESP®-Zusatzfunktionen implementiert werden sollen.

Als ESP®-Zulieferer bietet Bosch umfangreiches Know-How, um fachlich fundiert unterstützen zu können und offeriert eine große Auswahl an Sensorik und Hardware für individuelle Anforderungen:
  • Sog. passive, aktive oder aktiv-intelligente Drehzahlfühler (DF) messen die Radgeschwindigkeiten aller vier Räder. Während z.B. passive DF ausschließlich die Geschwindigkeit messen, können aktive DF die Drehrichtung angeben. Diese Information wird z.B. zur Realisierung eines Einpark-Assistenten verwendet.
  • Der üblicherweise an der Lenksäule montierte Lenkwinkel-Sensor (LWS) erfasst den Lenkwunsch des Fahrers. LWS gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, um bspw. in bestimmten Fahrzeugen Genauigkeitsanforderungen spezieller ESP®-Funktionen, wie die Rollover-Movement Functions (RMF), erfüllen zu können.
  • Im Schwerpunkt des Fahrzeugs misst je ein Sensor die Querbeschleunigung und die Gierrate kombiniert in einem Bauteil. Auf Wunsch kann auch ein Längsbeschleunigungssensor integriert werden, der z.B.  für die Zusatzfunktion Hill Hold Control (HHC) benötigt wird.
  • Ein Brems-Drucksensor erfasst den Bremsdruck im Hauptbremszylinder (HBZ) und damit den Verzögerungswunsch des Fahrers.
  • Im ESP®-Steuergerät erfolgt die Auswertung der eingehenden Signale und Informationen. Es bildet zusammen mit dem Hydraulikaggregat eine Einheit und wird in der Regel im Motorraum platziert. Durch eine Pumpe und entsprechende Ventile im Hydraulikaggregat können neben der ABS-Druckmodulation auch aktive, stabilisierende Eingriffe an einzelnen Rädern gestellt werden.

Um wichtige Signale des Fahrzeugs zu verarbeiten, müssen definierte Schnittstellen zum ESP®-Steuergerät gewährleistet sein. In dieser Vernetzung werden weitere Informationen vom Bussystem eines Fahrzeugs (CAN, Flex-Ray u.a.) im ESP®-Steuergerät abgerufen und verarbeitet. Beispiele für wichtige Eingangssignale sind das aktuelle Drehmoment des Motors, der eingelegte Gang des Getriebes oder der Wert des Bremslichtschalters. Wesentliche Ausgangssignale sind z.B. das Motorsollmoment, das Geschwindigkeitssignal für die Anzeige im Kombiinstrument oder auch die ESP®-Infolampe.

Unter Berücksichtigung individueller Kundenanforderungen bedeutet die Integration des ESP® in das Gesamtsystem Fahrzeug schlussendlich die sorgfältige und bewusste Auswahl geeigneter Komponenten sowie die Definition und Nutzung der erforderlichen Schnittstellen. Damit ist ein solider Grundstein für erfolgreiches Produkt gelegt.


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