
ESP®-Applikation
Individuelle Abstimmung führt zum sicheren ErgebnisEin Hydraulikaggregat, ein Steuergerät und die zugehörige Sensorik allein machen noch kein ESP®. Und das für einen Transporter abgestimmte ESP® ist keinesfalls eins zu eins für einen Sportwagen geeignet.
Es sind einige wichtige Applikations-Schritte notwendig, um ein ESP®-System an das Fahrzeug, dessen charakteristische Merkmale und Gegebenheiten anzupassen und letztlich die Anforderung des Automobilherstellers und die Erwartung des Endkunden zu erfüllen. Zunächst werden die Basiswerte bestimmt: Fahrzeugmasse, Radstand, Spurweite, Lenkübersetzung, Bremsenkennlinie u.v.a. Anschließend erfolgt die Applikation wichtiger Kenngrößen physikalischer Modelle, wie z.B. die der charakteristischen Fahrzeuggeschwindigkeit.
Abhängig von der Kundenphilosophie, das heißt abhängig von den Vorgaben, die ein ESP® im jeweiligen Fahrzeugtyp zu erfüllen hat, werden die Anregelschwellen appliziert. Sie legen fest, ab welchem Grad der Instabilität - wie z.B. im Fall des Übersteuerns – das ESP® eingreifen soll.
Es muss außerdem dafür Sorge getragen werden, dass das Elektronische Stabilitäts-Programm auch auf unterschiedlichen Reibwerten effektiv funktioniert. Daher werden Applikationsmaßnahmen auf nassen bis trockenen und glatten bis griffigen Untergründen getroffen und je nach Kundenwunsch auch diverse Beladungszustände und unterschiedliche Rad-Reifenkombinationen berücksichtigt.
Das Ergebnis ist ein maßgeschneidert appliziertes ESP®, das einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer leistet. Eine nachträgliche, signifikante Änderung eines ESP®-relevanten Bauteils am Fahrzeug (bspw. Motor, Fahrwerk, Lenkung) kann einen erheblichen Einfluss auf die ESP®-Performance ausüben. In diesen Fällen kann eine erneute Applikation erforderlich sein, um die volle Leistungsfähigkeit zu erhalten.